Hey, ich bin Steffi von Krawallkrallen.

Hier schreibe ich über alles, was mir rund um Hunde, Training und das Zusammensein mit unseren Walnussbirnen am Herzen liegt. Willkommen!

photocredits: Marko Zimmer | bluepixel_visuals

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patience first, obedience later. //

Letztens hab ich eine Szene erlebt, die mich ziemlich traurig gemacht hat: Ein älterer Herr band seine Hündin an einem Fallrohr fest – direkt an einer vielbefahrenen Straße, der Bürgersteig voller Menschen, überall Lärm und Hektik. Dann versuchte er, die Hündin in ein Sitz zu bringen, um sich anschließend in der nahegelegenen Dönerbude sein Abendessen zu holen.

Doch die Hündin war völlig überfordert: sie wich aus, zeigte Beschwichtigungssignale und konnte sich inmitten all der Reize nicht auf die Aufforderung konzentrieren. Der Mann drängte weiter, versuchte das “Sitz” zu erzwingen. Nach einigem Hin und Her schnappte die Hündin schließlich nach ihm – woraufhin er ihr einen Klaps auf die Nase gab. In diesem Moment konnte ich nicht mehr zusehen und sprach ihn an.

Er erzählte mir, dass die Hündin erst zwei Tage zuvor aus dem Tierheim zu ihm gekommen war. Zwei Tage im neuen Zuhause – und schon sollte sie in einer der stressigsten Situationen mitten in der Stadt verlässlich gehorchen...?!

Genau hier liegt das Problem: Wir können von unseren Hunden nur das erwarten, was wir ihnen vorher kleinschrittig beigebracht haben – und zwar in einem Umfeld, in dem sie überhaupt in der Lage sind zu lernen (Reizarm!!!). Ein ‚Sitz‘ ist für uns Menschen eine vermeintlich einfache Übung. Für einen Hund bedeutet es jedoch, seinen Körper zu kontrollieren und gleichzeitig alle Reize der Umgebung auszublenden…und ist somit in einer lauten, vollen Innenstadt oftmals schlicht zu viel.

Dazu kommt: Hunde nehmen ihre Umwelt viel intensiver wahr als wir. Geräusche, Gerüche, Bewegungen – all das prasselt ungefiltert auf sie ein. Ist der Stresspegel zu hoch, kann selbst das besttrainierte Tier bekannte Signale nicht mehr zuverlässig ausführen.

Die Lektion aus dieser Beobachtung ist eine einfache, aber sooo wichtig: **Verlangt bitte nicht mehr von euren Hunden, als sie in diesem Moment leisten können.**Training braucht Zeit, Geduld und kleine Schritte. Und manchmal ist das Beste, was wir tun können, unseren Hund einfach aus einer überfordernden Situation herauszunehmen, anstatt auf Gehorsam zu pochen.

Am Ende ist es unsere Verantwortung, realistisch zu bleiben – und unserem Hund die Chance zu geben, in seinem Tempo zu lernen.

photocredits: Jasmin Ziegler

photocredits: Jasmin Ziegler

few. safe. right. //

…weil ich immer wieder gefragt werde, warum ich keine Welpenspielgruppen anbiete – und was ich stattdessen empfehle:

In der heutigen Hundewelt wird oft davon ausgegangen, dass Welpen möglichst viele Hundekontakte brauchen, um gut sozialisiert zu werden. Das klingt auf den ersten Blick sinnvoll – in der Praxis zeigt sich jedoch häufig das Gegenteil:

Viele Welpenspielgruppen sind problematisch: